Unser Lieben Frauen – Dankerode

  Abb. links: Die Kirche von Dankerode erhielt den Namen

„Unser Lieben Frauen“.

Der Turm steht im Osten, da er über dem einstigen Chor errichtet ist. Der Chor war durch einen gotischen Bogen mit dem Kirchenschiff verbunden, das ebenso breit und gut doppelt so lang wie der Turm war.

Abb.
Außenansicht der Kirche bis 1709
(Faustskizze von 1703)

Ende des 17. Jahrhunderts erwies sich die Kirche als zu klein und als baufällig.

Folgende Veränderungen wurden vorgenommen:

1691 Das Kirchschiff wurde erhöht und nach Süden erweitert.
1709 Der Turm erhielt seine heutige Gestalt.
1714 – 1716 Errichtung des barocken Altars
1723 – 1725 Verlängerung des Kirchenschiffes und mit neuen Emporen ausgestattet
Die Emporen und das Holztonnengewölbe wurde mit Stuckornamenten verziert.
Johann Georg Papenius aus Stolberg baute eine neue Orgel.
Die Kirche erhielt die barocke Gestaltung, wie sie heute noch zu sehen ist.
Der Bogen zum alten Chor im Turm wurde zugemauert.
1798 Es machten sich Instandsetzungsarbeiten notwendig. Die heute noch vorhandenen Emporen wurden bis an die Wand hinter dem Altar verlängert.
1952 Weitere Instandsetzungsarbeiten am Dachstuhl und dem Holztonnengewölbe waren erforderlich.


Der Altar

Der Altaraufbau erhebt sich über einem alten Steintisch, der leider mit Holz verkleidet werden musste. Das darüber befindliche Ölbild, die Predella, zeigt das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern (Maler: J. A. Schwisosky, Harzgerode). Es erinnert daran, dass der Altar Abendmahltisch der Gemeinde ist. In dem sich darüber erhebenden Bogen stand ursprünglich die Kreuzesgruppe. 

Das Bildnis des Gekreuzigten stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, darunter stehen Holzskulpturen von Maria und Johannes. Womöglich schon 1725, spätestens aber 1798 wurde an die Stelle der Kreuzesgruppe die Kanzel gesetzt.

Diese Kreuzesgruppe ist 1958 restauriert worden. Die Altarsäulen werden von Weinreben umrankt. Sie erinnern an das Abendmahl und an das Wort Christi:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Die Früchte, das Blattwerk und die Füllhörner am Altar und den Stuckverzierungen sowie das Schnitzwerk des Orgelprospektes mit den musizierenden Putten bringen die festliche Freude zum Ausdruck, im Gottesdienst Gottes Gegenwart zu erfahren.

Rechts und links am Altar sind die beiden Apostel dargestellt:

Petrus mit dem Schlüssel zum Himmelreich und Paulus mit dem Schwert, mit dem er der Tradition nach um seines Glaubens willen hingerichtet wurde.

Den Altaraufbau krönt die Skulptur vom auferstandenen Christus mit der Siegesfahne. Die Schranke vor dem Altar dient als Ersatz für einen Taufstein.


Die Orgel

Die Orgel erhielt 1862 ein neues Werk (Witzmann). Sie wurde 1955 – 1967 teilweise restauriert. Die wunderbaren Lindenholzschnitzereien des Orgelprospektes wurden 1958 durch die Erfurter Kirchlichen Werkstätten restauriert, aber inzwischen wieder stark vom Holzwurm angegriffen. Im Jahre 2006 erfolgte eine „Begasung“ der Lindenholzschnitzereien, um den Holzwurmbefall zu stoppen. Zur Zeit ist die Orgel Rückgebaut und wartet, nach der Sanierung des Westflügels der Kirche, auf den Wiedereinbau und die neue Inbetriebnahme.

Diese wunderschöne barocke, naturbelassene Lindenholzschnitzerei des Prospektes gehörte zur ersten Orgel aus dem Jahr 1695. 1725 wurde eine größere Orgel mit 26 Registern eingebaut.


Die Glocke

Zwei Glocken befinden sich auf dem Kirchturm. Die kleine Glocke ganz oben in der Laterne stammt aus dem 13. Jahrhundert, womöglich aus seiner ersten Hälfte. Sie dient nur noch zum Anschlagen der Viertelstunden. Ihr unterer Durchmesser beträgt 60 cm und das vermutliche Gewicht 130 kg. Der Sage nach stammt sie aus dem längst wüsten Klosterhof „Echtershagen“ nordöstlich von Dankerode.

Die andere Glocke wurde 1726 durch Arnold Geyer aus Nordhausen in Straßberg gegossen, nachdem ihre Vorgängerin, die alte Bauernglocke, gesprungen war. Sie war die mittlere Glocke des früheren Dreiergeläutes. Von der einstigen mittleren Glocke wurde die weit verbreitete Wandersage erzählt, dass sie durch eine Sau aus dem Ackerboden der Wüstung Atzenschwende ausgewühlt und dann von einer Magd gefunden worden sei. Beim Läuten sang die Glocke:

 >Su wiehlet sich, Magd finget mich<

Was noch zu wissen wäre:

Unter den ersten Mittelbänken befindet sich eine Gruft wie auch zwei Grablegungen im Altarraum.

Der Kirchhof diente durch Jahrhunderte als Begräbnisstätte.

Die Linde vor der Kirche pflanzte man 1883 zur Erinnerung an Martin Luther.

Auf dem Kirchhof stehen die beiden früheren Schulgebäude, da die Schule ursprünglich und lange Zeit hindurch Sache der Kirchengemeinde war.

Gegenwärtig zählen längst nicht mehr alle Einwohner des Dorfes zur Kirchengemeinde. Und doch steht das Kirchengebäude in der Mitte des Dorfes und weist alle Menschen auf Gott hin.